#006 – auf ein Kölsch mit Vera

Irgendwie ist Köln eben doch ein Dorf. Vor vielen Jahren war Vera öfter in Poll unterwegs und so ist es kein Wunder, dass sie sogar meine Adresse von früher kennt. Sie schlägt mir vor, mich einfach nach der Arbeit mit dem Auto abzuholen und empfiehlt die Braustelle in Köln Ehrenfeld als perfektes Ziel für den Abend. Eine gute Idee, denn die Helios Braustelle bezeichnet sich selbst als die kleinste und innovativste Brauerei in Köln und schenkt mit dem Helios-Kölsch tatsächlich ein selbst gebrautes Bier aus. In der Hospeltstraße bekommen wir auch auf Anhieb einen Parkplatz und müssen nur noch ein paar Meter zur Christianstrasse 2 laufen. Als wir eintreffen ist die Eckkneipen ähnliche Brauerei noch überschaubar gefüllt und wir kriegen sogar einen Platz direkt neben den Braukesseln. Ein Ambiente, was außerhalb der Braustelle wohl eher selten zu finden ist.

Vera selbst ist in dieser Zeit an einem Wendepunkt in ihrem Leben angekommen. Sie steckt mitten in den letzten Vorbereitungen für ihre mehrmonatige Reise durch Südamerika und hat alle Hände voll zu tun. Schließlich gibt es da so einiges, was man in der Heimat noch klären muss. Von der Abmeldung des Autos bis zur Suche eines Zwischenmieters. Damit es auf Reisen gehen kann, hat Vera die letzten Jahre immer etwas Geld beiseitegelegt und nun ihren 9to5 Job bei einem großen Telekommunikations-Unternehmen gekündigt. Eine Entscheidung, die sie vor einigen Jahren so wohl noch nicht getroffen hätte.  Trotzdem ist sie froh und freut sich auf das Abenteuer, denn endlich darf sie PowerPoint und Excel wenigstens für einen etwas längeren Zeitraum beiseitelegen. Während wir an unserem ersten Helios-Kölsch nippen, reden wir aber nicht nur über bevorstehende Reise, sondern auch die Fotografie, die sie in den letzten Jahren für sich entdeckt hat und nun weiter forcieren möchte. Dabei kann man auch mit Kölsch bei Vera nicht viel falsch machen. Immer wieder gerne und leidenschaftlich erzählt sie von Köln, Kölsch und ihrem Freundeskreis, der gerne die echten Lokalbrauereien unterstützt. Sie wundert sich selbst ein wenig, dass sie auf den unzähligen Heimfahrten nach dem Arbeitstag in Bonn nie einen Unfall gebaut hat, wenn sie auf dem Rückweg endlich den Rhein überquerte und das Kölner Panorama im Sonnenuntergang genoss.

 

Dein erstes Kölsch hast Du wann getrunken?
In einem Alter, dass ich hier nicht verraten darf, damit meine Eltern nicht nachträglich Besuch vom Jugendamt bekommen. Mein Vater war der Meinung, dass so ein bisschen Kölsch hin und wieder niemanden schadet. Würd ich jederzeit unterschreiben.

Deine Lieblings-Kölsch-Sorte heißt?
Mühlen Kölsch

Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung nach wo?
Am Büdchen (für Immis: Kiosk)

Wann lässt sich Kölsch am besten trinken?
Erst gestern noch hatte ich den direkten Vergleich: 14h Kölsch vs. 20h Kölsch. Das Fazit: Kölsch geht immer. Aber in der Sonne am Rhein schmeckt es schon ganz besonders gut.

Flasche oder Glas?
Ganz klar: Flasche.

Mit was verbindest du Kölsch als erstes?
Mit Zuhause. Und beim trinken merkt man, wie viele Erinnerungen damit verknüpft sind.

Deine schönste Kölscherinnerung?
Die Schönsten verschwimmen naturgemäß immer ein wenig.Aber besonders gut finde ich, dass ich meinen Geburtstag im Sommer fast immer am Rhein feiern kann. da darf Kölsch auch nie fehlen, obwohl man da zu späterer Stunde auch mal über den Kasten fällt.

Kölsch: Helios Kölsch, 0,2 L / 1,60 Euro
Wo? Die Braustelle (http://www.braustelle.com)

 

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