#016 – auf ein Kölsch mit Sascha

Mein Weg verschlägt mich dieses Mal wieder nach Ehrenfeld. Unweit der Braustelle liegt relativ mittig zwischen der Haltestelle Leyendeckerstr. und Neusser Str. / Gürtel die Eckkneipe „Em Drügge Pitter“. Hier bin ich mit Sascha verabredet. Einem echten kölschen Jung. Wir treffen uns pünktlich und ich stehe zum ersten Mal vor einer Kneipe und warte, dass die Rollladen hochgehen. Es ist warm und nass vor der Tür im typischen Kölner Nieselregen. Eigentlich sollten um 20:00 Uhr die Türen öffnen, heute machen sie das aber nicht. Als sich um Viertel nach immer noch Nichts rührt, ändern wir unsere Pläne und lassen uns im Zoo nieder. Nein, nicht im Tierzoo, sondern in der Schänke. Auch die liegt nämlich in der Venloerstraße und ist mit ihrer Wandkunst zwischen Stancil und Streetart genau nach meinem Geschmack. Warum Sascha eigentlich in den „drüggen Pitter“ wollte, wird schnell klar. Hier in Ehrenfeld ist er aufgewachsen, hat die meiste Zeit hier verbracht und die Kneipe in den letzten 7 Jahren zu seiner Stammkneipe werden lassen. Daran ändert sich auch nichts, obwohl er gerade seinen Wohnsitz auf die andere Rheinseite nach Deutz verlegt hat. Dorthin hat es ihn gerade nach dem Abschluss seines Geschichts und Politik-Studiums verschlagen. Ob das lange so bleibt, weiß er aber nicht. Einziger Wermutstropfen in der Biografie dieses lupenreinen Kölners, dem man seine Herkunft nicht anhört, ist die Geburt in Bensberg. So ganz genau konnte er das auch nicht erklären, aber die Hebamme muss wohl schuld gewesen sein. Nichts was ihm wirkliches Kopfzerbrechen bereit, als schöne Anekdote macht sich die Geschichte trotzdem

Im Zoo haben wir heute dafür umso mehr Glück. Kaum haben wir uns niedergelassen, beginnt schon eine fremde Jazzband mit dem Aufbau ihres Equipments in unserem Rücken, um ab 21 Uhr konstant und viel zu laut für Hintergrundmusik zu sorgen. Hüte gehen rum und wir trinken Mühlenkölsch. Einer der Sätze, die mir trotz der lauten Musik immer noch im Kopf geblieben sind, ist sein „Eigentlich will ich nur Kultur machen…“. Schon seit Jahren arbeitet Sascha nämlich für das kölnische Stadtmuseum. Am Anfang noch als studentische Aushilfskraft inzwischen als eine Art Kurator. Das gefällt ihm, er mag die Abwechslung und die vielen verschiedenen Sachen, die er im Namen der Stadt realisieren kann – auch wenn es ein „relativ“ kleines Museum ist. Egal, wie verbunden er seiner Heimat Köln ist und wie sehr er seine Arbeit auch liebt, ob er das noch ewig machen wird, weiß er heute genau so wenig, wie vor 2 Jahren. Einer seiner großen Träume ist das Göthe-Institut, für das er unendlich gerne eine Zeit lang arbeiten würde, um Kultur in den verschiedensten Ländern zu kuratieren. Jetzt wundert es mich auch nicht mehr, dass wir in einer Graffiti-Kneipe sitzen, Mühlenkölsch trinken und von den Klängen einer hoch motivierten Jazzband akustisch penetriert werden. Irgendwie macht das alles gerade ziemlich viel Sinn. Nach einigen Kölsch und zwei Mexikanern verlassen wir die Schänke nach Mitternacht in Richtung Bahnhaltestelle.

Dein erstes Kölsch hast Du wann getrunken? 
Ganz sicher als ich es eigentlich noch nicht durfte.

Deine Lieblingskölsch Sorte heißt? 
Päffgen

Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung nach wo? 
Nur in der Heimat.

Wann lässt sich Kölsch am besten trinken? 
Wenn man richtig Durst hat, zum Beispiel nach dem Sport.

Flasche oder Glas? 
Echt jetzt?

Mit was verbindest du Kölsch als erstes? 
Mmmmm

Deine schönste Kölscherinnerung? 
Und einmal, im Ferienlager…

Kölsch: Mühlenkölsch 0,2 L 1,50€
Wo: Zoo – Die Schänke

 

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