#040 – Auf ein Kölsch mit Julien

Eigentlich hatte sich Julien für ein Feierabendbier im Stiefel entschieden, doch ich konnte ihn zum Glück umstimmen. Sein zweiter Vorschlag: Knobelbecher auf der Aachener. Die Kneipe ist perfekt ins Grünfeld gebaut, bzw. das Grünfeld wächst perfekt um die Eckkneipe zwischen rustikalem Charme und moderner Fensterfront.

Hier hin hat ihn vor ein paar Wochen mal ein langjähriger Freund geschleppt, nachdem die beiden sich längere Zeit nicht mehr gesehen hatten.  Inzwischen treffen sie sich öfter hier und auch Julien landet hier immer wieder, wenn er nicht gerade als freier Journalist und Comedy-Autor für den Radiosender 1Live arbeitet, der den gebürtigen Bonner auch in die Domstadt gelockt hat. Wobei so groß, der regionale Unterschied für ihn auch nicht ist. Solange es die gleiche Rheinseite bleibt, antwortet er zwinkernd und erzählt lieber Stolz und mit einer gehörigen Portion Eigenironie von seiner Alt-Geschichte. Er hat sich nämlich tatsächlich vorgenommen niemals auch nur einen Schluck Altbier zu probieren, nur um später seinen Kindern mal erzählen zu können, dass ihr Papa noch nie in seinem Leben Altbier getrunken hat. Dabei sind ihm alle anderen Stadtrivalität relativ egal.

Was vielleicht auch seiner Vergangenheit in einem süddeutschen Internat geschuldet ist. Da ging es für Julien nämlich nach ein paar unglücklichen Jahren auf der weiterführenden Schule hin, um sich dem Fechten zu widmen. Und relativ erfolgreich, immerhin den fünften Platz bei den deutschen Meisterschaften belegte der talentierte Fechter hinter den inzwischen als Profifechtern arbeitenden Kontrahenten.  Viel ist von seiner Leidenschaft nicht mehr geblieben, als er damals erkannte, dass es für den großen Sprung wohl nicht reichen wird. Dafür kann er heute als Autor seinen Tag frei gestalten, liebt das Leben in der Domstadt und die Kölschabende mit Freunden und Kollegen. Für immer hier gebunden ist er zwar nicht, aber irgendwie im Rheinland zu bleiben, liegt ihm schon am Nächsten.

Dein erstes Kölsch hast Du wann getrunken?
Das ist so lange her, das weiß ich nicht mehr. Aber seitdem habe ich selten was anderes getrunken.

Deine Lieblingskölsch Sorte heißt?
Früh. Gerne auch Mühlen oder Peters. Damals hab ich auch oft zum Reissdorf gegriffen, aber mal im Ernst: Durchsichtige Flaschen?

Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung nach wo?
Außerhalb von Köln. Städte und Orte an denen man es nicht erwartet und dann doch unerwartet an Kölsch rankommt: <3

In Köln selbst gibts das leckerste Kölsch am Mäuerchen an der Zülpicher. Vom Kiosk. Aber immer zum Kiosk rechts gehen. Der Kiosktyp links ist unfreundlich und hat laut Kiosktyp rechts irgendwas Schlimmes gemacht, zu dem ich mich nicht weiter äußern will (Wäre vermutlich justiziabel. Üble Nachrede und so).

Wann lässt sich Kölsch am besten trinken?
Immer. Außer vielleicht zu Cornflakes. Für die empfehle ich 43er mit Milch ;-)<

Flasche oder Glas?
Die Frage sollte lauten: Flasche oder Fass? Wer Kölsch aus der Flasche ins Glas kippt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren. Also: Flasche

Mit was verbindest du Kölsch als erstes?
Mit dem Rheinland und meiner Heimat. Ich habe lange in BaWü gelebt und was ich immer am meisten vermisst habe war das Kölsch. True Story.

Deine schönste Kölscherinnerung?
Keine spezielle. Aber Ich habe viel Kölsch mit guten Freunden getrunken, die ich nur noch selten oder überhaupt nicht mehr sehe. Falls ihr das lest: War immer schön mit euch und kommt mal wieder vorbei.


Kölsch: Gaffel Kölsch 0,2 L
Wo: Knobelbecher

One Comment

  1. […] gute Präsentationsfläche für die Bilder gefunden. 12 neue Bilder haben wir heute im Schlepptau. Kölsch mit Julien im angestaubten Knobelbecher, einen Ausflug in die Welt des Uni-Centers mit Endi, die Bierreise zur Tischtennisplatte mit Isis […]

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *