#047 – Auf ein Kölsch mit Lotte

Fast allein sitzen Lotte und ich an diesem Wochentag im Grün Eck am Friesenwall. In der Woche ist scheinbar eher weniger los, am Wochenende stolpert Charlotte, wie die dunkelhaarige Kölnerin mit vollem Vornamen heißt, hin und wieder mal in die mit Fußball Accessoires geschmückte Eckkneipe. Sie mag den Charme. Das Rustikale, das Männliche. Die Euphorie für den Fußball. Irgendwie verkörpert das Grün Eck für Lotte die vielleicht auch etwas klischeebehaftete Tradition der Eckkneipen.

Witzig, denn sie selbst hat eigentlich gar nichts mit Fußball zu tun. Die studierte Medienwissenschaftlerin und als Journalistin tätige Freelancerin schreibt nämlich viel lieber. Egal, ob es die Pressemitteilungen und Blogposts für ein befreundetes Kölner Startup sind oder die Artikel für ein Kölner Stadtmagazin im Web, wo sie als Chefredakteurin auch mal andere Schreiben lassen darf. Womit Lotte schon jetzt für viele junge Kölner und Kölnerinnen steht, die in der Medienstadt ihrer Leidenschaft nachgehen. Bei ihr ist es das Schreiben, bei anderen ist es Design, Fotografie oder Musik. Auch Lotte jobbt für ihre redaktionelle Freiheit noch nebenher und arbeitet zurzeit für eine große Fluggesellschaft als Flugbegleiterin. Die wechselnden Schichtpläne und Zeitsprünge merkt sich ihr Biorhythmus peinlich genau, trotzdem macht ihr der Job auf seine ganz eigene Art und Weise Spaß.

„Ich komm rum, muss mich ständig mit neuen Menschen arrangieren und kann mir so den Luxus leisten, journalistisch das zu machen, was mir etwas bedeutet und was mir wichtig ist. Außerdem ist das Arbeitsklima unter Flugbegleitern ein ganz eigenes. Ständig neue Teams. Ständig neue Kollegen. Da lernt man schnell und ehrlich zu kommunizieren. Das mag ich und beeindruckt mich immer wieder aufs Neue“. In Köln ist sie mit ihren 28-Jahren so jedenfalls schon einmal gut angekommen und kann schon jetzt auf ein großes Netzwerk aus Kontakten, Bekanntschaften und Freunden zurückgreifen. Auch wenn sie sich das manchmal zwischen Bier und Kippe vor dem Grün Eck noch gar nicht so bewusst gemacht hat.

Dein erstes Kölsch hast Du wann getrunken?
Wir sprechen hier von gerne und auch ganz leer getrunken, ne? Das war dann nämlich erst recht spät, mit 16 oder 17 glaub ich.

Deine Lieblingskölsch Sorte heißt?
Find ich schwer. Ich trink gerne die kleineren Sorten, Peters oder Mühlenkölsch zum Beispiel.

Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung nach wo?
Beim Büdchen des Vertrauens, ich hab da ein paar. In der Kyffhäuser zum Beispiel. Mittlerweile haben ja auch viele Büdchen Bänkchen hingestellt. Also: Büdchen, Bänkchen, Bierchen, das gefällt mir.

Wann lässt sich Kölsch am besten trinken?
Wenn man bei Oma Kleinmann ein Schnitzel isst gehört auf jedenfall zu meinen Top drei der besten Kölschtrinkmomente. Ansonsten immer dann, wenn man eigentlich nichts trinken wollte aber es mal wieder zu gut schmeckt.

Flasche oder Glas?
Lieber Flasche.

Mit was verbindest du Kölsch als erstes?
Wenn ich in Köln bin, dann mit guten Erinnerungen, wilde Parties, gemütliche Abende, fiese Kater, Karneval und dem Heilmittel Konterbier. Wenn man in einer anderen Stadt / nem anderen Land ist und dort gibt es Kölsch, dass denkt man natürlich direkt an seine Heimat und freut sich, dass Kölsch auch woanders getrunken wird.

Deine schönste Kölscherinnerung?
Die Hochzeit einer meiner besten Freundinnen auf der alten Liebe vor zwei Jahren. Vielviel Kölsch und vielviel gute Stimmung.


Kölsch: Reissdorf Kölsch 0,2 L
Wo: Grün Eck

 

 

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