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Auf ein Kölsch?

Es ist kalt und regnerisch und eigentlich gar nicht der richtige Zeitpunkt, um Kölsch unter freiem Himmel und auf einer Tischtennisplatte sitzend zu trinken. Aber heute ist das egal, beschließen wir. Wir, das sind dieses Mal Isis und ich. Wir sitzen also im Dunkeln auf diesem sehr schlecht beleuchteten Spielplatz zwischen der Schönsteinstraße und der Bartholomäus-Schink-Straße direkt gegenüber vom Club Bahnhof Ehrenfeld und beobachten Fußgänger

Zwischen leeren Graffitidosen und moderner Streetart treffe ich mich mit Hanna im Kunstbruder. Gelegen in einer Seitenstraße am Rudolfplatz ist der Kunstbruder eine Mischung aus Galerie, Bar und Restaurant. Zwei Dinge, machen die Location auf Anhieb sympathisch: 1) die gute Einrichtung in schöner Atmosphäre. 2) Die gute Musik. Wer noch nicht im Kunstbruder war, mag an dieser Stelle wahrscheinlich auch diese Bar nicht erwarten und sie schon das eine oder andere Mal übersehen haben.

Mein Weg verschlägt mich dieses Mal wieder nach Ehrenfeld. Unweit der Braustelle liegt relativ mittig zwischen der Haltestelle Leyendeckerstr. und Neusser Str. / Gürtel die Eckkneipe "Em Drügge Pitter". Hier bin ich mit Sascha verabredet. Einem echten kölschen Jung. Wir treffen uns pünktlich und ich stehe zum ersten Mal vor einer Kneipe und warte, dass die Rollladen hochgehen. Es ist warm und nass vor der Tür im typischen Kölner Nieselregen. Eigentlich sollten um 20:00 Uhr die Türen öffnen, heute machen sie das aber

Das Unicenter an der Universitätsstraße in Köln-Sülz gehört mit seiner Architektur zu einem der größten Wohnhäuser Europas. Genau hier bin ich mit Gerd Buurmann zum Kölsch verabredet und warte mit einem vom Kiosk nebenan gefüllten Kölsch-Rucksack beim Pförtner. Wenig später kommt auch Gerd, der den Pförtner freundlich grüßt und den Zugang zu einem der unzähligen Fahrstühle freigeben lässt. Die meisten kennen Gerd aus dem Rampenlicht des artheaters. Dort wo er zusammen mit Hildegard Scholten inzwischen jeden Montag durch Kunst gegen Bares führt und  

Anna kommt aus dem Westerwald und besteht auch jetzt noch fest darauf, dass ihre Trinkfestigkeit dort begründet liegt. Unterbewusst könnte das auch einer der Gründe gewesen sein, warum sie sich für eine Stadt mit einer Trinkkultur entschieden hat: Köln. Untergekommen ist sie in einer kleinen WG direkt am Hansaring. Ihr Designstudium an der EcoSign in Ehrenfeld liegt inzwischen in den letzten Zügen. Wie es danach weitergeht, weiß sie noch nicht.

Rosemarie Monhart lädt mich in die Küche ihrer Dachgeschosswohnung nach Köln-Dellbrück ein. Vom Kiosk soll ich einfach zwei Reissdorf-Kölsch mitbringen. Gesagt, getan. An diesem sehr sonnigen Tag ist die Wohnung von Rosemarie durch die großen Fenster besonders freundlich und hell. Rosemarie arbeitet schon lange als Pflegekraft. Das Handwerk dazu hat sie in einer Ausbildung gelernt. Seitdem ist sie dem Job treu geblieben. Die tägliche Arbeit und der Umgang mit pflegebedürftigen Menschen hat sie über die Jahre verändert.

Es ist etwas verregnet, als David mir am Rudolfplatz auf dem Fahrrad entgegen kommt. Der 26-jährige Typ, den man zweifellos bereits auf den ersten Blick als ziemlich coole Sau abstempelt, hat erst vor ein paar Jahren sein Studium in Aachen geschmissen, um sich einen Weg als autodidaktischer Videograf zu bahnen.Ihr könnt Euch also ziemlich sicher sein, dass die Imagevideos von Eurer Lieblingsbar oder dem Burgerladen nebenan wahrscheinlich von ihm gemacht wurden. Für unser Kölsch hat sich David den KölnKiosk ausgesucht

Ninco kommt eigentlich aus dem selben ländlichen Kaff wie ich. Zur Schulzeit haben wir klassisch aneinander vorbei gelebt und erst hier in Köln haben wir tatsächlich mal zusammen ein Kölsch getrunken. Zugegeben, aus einem Früh wurden schnell mehrere, aber seine WG über den Dächern von Nippes ist auch einfach viel zu herzlich und einladend. Inzwischen wohnt er als Grafikstudent und Fitnesscoach schon im dritten Jahr in Köln und will hier eigentlich auch nicht mehr weg.

Philipp. Mit dem ebenfalls fast unaussprechlichen Nachnamen. Der Junge kommt irgendwo aus dem Ruhrpott und hat sein Studium in Düsseldorf nach 2 Monaten mit den Worten "Warum nicht?" beendet. Danach ging es nach Köln. Inzwischen ist er auch angekommen. Als Initiator des Kölner "First Kiss" Videos bastelt er inzwischen in Künstlerkollektiven und als emsiger Organisator immer wieder an neuen Ideen, Projekten und Aktionen in Köln.

Jani Baba Pushparajah-Hoof. Ein Name, der beim Lesen schon Knoten in jede Zunge zwängt. Ich bin über Baba irgendwann im Web gestolpert und fand es eigentlich eine gute Idee, wenn wir "auf ein Kölsch" zum Anlass nehmen uns endlich mal persönlich kennenzulernen. Wir treffen uns also in Poll. Genauer im Poller Haus. Das liegt witzigerweise nämlich genau auf seinem Heimweg von Porz und ziemlich nah vor meiner Tür. Eigentlich sogar direkt an der Haltestelle Poll-Salmstraße der Linie 7.