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Auf ein Kölsch?

Was macht ein Nordlicht eigentlich in Köln? Eine gute Frage, denn auch für den gebürtigen Rostocker Denny ist Köln ein Ziel mit Zwischenstationen. Natürlich liebt er Rostock noch immer und einen anderen Verein als die Hansa Kogge wird er in diesem Leben wohl auch nicht mehr anfeuern, trotzdem führte ihn die Arbeit über München in eine Agentur nach Köln. Selbige organisierte seinen Umzug, besorgte ihm eine Wohnung direkt um die Ecke und gegenüber wartet der Weisse Holunder auf das verdiente Feierabend-Bier nach einem langen Agenturtag.

Irgendwie ist Köln eben doch ein Dorf. Vor vielen Jahren war Vera öfter in Poll unterwegs und so ist es kein Wunder, dass sie sogar meine Adresse von früher kennt. Sie schlägt mir vor, mich einfach nach der Arbeit mit dem Auto abzuholen und empfiehlt die Braustelle in Köln Ehrenfeld als perfektes Ziel für den Abend. Eine gute Idee, denn die Helios Braustelle bezeichnet sich selbst als die kleinste und innovativste Brauerei in Köln und schenkt mit dem Helios-Kölsch tatsächlich ein selbst gebrautes Bier aus. In der Hospeltstraße bekommen wir auch auf Anhieb einen Parkplatz und müssen nur noch ein paar Meter zur Christianstrasse 2 laufen.

Die Bundesliga-Saison ist inzwischen vorbei und der FC hat den Klassenerhalt geschafft. Ein guter Zeitpunkt, um einen kleinen Blick zurückzuwerfen, denn für "auf ein Kölsch" zog es mich dieses Jahr das erste Mal wieder ins Stadion. Mein Gast: Christian. Auf meine obligatorische "auf ein Kölsch?" Frage antwortete er nämlich selbstbewusst und spontan "Na klar, beim nächsten Heimspiel" was dazu führte, dass ich mich sonntags mit meiner Kamera bewaffnet in Deutz wiederfand, von wo es zum ersten Mal nach 10 Jahren wieder in Richtung Stadion ging.

Nippes gehörte in meiner Wahrnehmung nie zu den Kölnervierteln, von denen man erzählt, wenn man abends eine Runde durch die Kneipen geht. Trotzdem vertraue ich meinem heutigen Gesprächspartner blind. An der Florastraße in Nippes treffe ich André, der natürlich mit dem Fahrrad gekommen ist. Zwar ist es kein Fixie, denn das steht gut behütet im Hof, aber es ist eben ein Drahtesel. André liebt Sport für den zweifachen Familienvater ist das ein guter Ausgleich zu seiner Arbeit als Animation-Artist.

Es ist einer dieser durchwachsen regnerischen Tage in Köln und es windet stark, als ich die Bahn an der Haltestelle am Eifelwall verlasse. Mein Ziel ist heute das "Paradies". Eine eigenständige Kommune, am Rand von Sülz nur wenige Schritte von der Haltestelle der Linie 18 entfernt. Auf dem Platz haben sich Pfützen gebildet und zwei Securitys kontrollieren den Eingang gegenüber der Wohnhäuserfront. Inzwischen muss sich jeder Besucher eintragen, bevor er das "Paradies" betreten darf.

Philipp Cedrick Kappius, der von seinen Freunden nur Ceddy oder Cedrick genannt wird, gehört zu den Menschen, die jeder von uns im Freundeskreis hat. Wir wuchsen im selben Dorf auf, haben dieselbe Schule besucht, hingen glaube ich sogar in derselben Stufe und haben nie wirklich eine gemeinsame Schnittmenge an Freunden und Interessen gefunden. Inzwischen sind einige Jahre ins Land gegangen und es zog uns beide nach Köln.