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Kölsch Tag

https://www.youtube.com/watch?v=2myo6cbjQto Am vergangenen Samstag feierte "Auf ein Kölsch" seinen ersten kleinen Meilenstein. 50 Kölner. 50 Geschichten. 50 Kneipen und andere Orte der Domstadt. Und mehr als 50 Kölsch waren der Anlass zur ersten kleinen "Auf ein Kölsch" Sneak-Ausstellung im Rahmen der Kölner Museumsnacht. Pünktlich um 19:00 Uhr öffnete nicht nur das Quartier am Hafen sein Rolltor für interessierte Museumsnachtbesucher, sondern auch das STUDIO BENHAMMER seine Tür.

Im Sommer ist der Brüsselerplatz Publikumsmagnet für unzählige Kölner, die auf der Straße ihr Kioskbier trinken. Ganz zur Freude der Einwohner. Heute sitzen wir ausnahmsweise Mal drinnen, und zwar im "Brüssler" direkt am Brüsslerplatz. Die liebevoll eingerichtete Eckkneipe ist wohl bekannt für ihre Brathähnchen. Nicci hat sich diesen Ort für unser "Auf ein Kölsch" gewünscht und als Fan von guter Inneneinrichtung kann ich ihr diese Entscheidung nur gut heißen.

In Dellbrück bin ich mit Patrick auf ein Kölsch verabredet. Die Sonne meint es gut mit uns, als ich ihn in der Wohnung seiner Mutter treffe und wir unsere Reissdorf-Flaschen direkt auf dem Balkon des dritten Stocks öffnen. Der wohnliche Blick auf die Hinterhäuser ist eine gelungene Abwechslung zum meist sehr Auto dominierten Ausblick der Kölner Kneipen. Der Grund, warum ich Patrick in der Bude seiner Mutter treffe, ist einfach: Er hat keinen festen Wohnsitz mehr, seinen letzten in Bergisch Gladbach hat er gerade aufgegeben. Jetzt lebt er überwiegend bei Freunden, wenn er nicht gerade durch die Weltgeschichte reist.

Das Uni-Center in Köln gehört zu den höchsten Wohnhäusern Europas, wer von unten hochschaut, weiß genau, warum hier gerne Menschen runterspringen. Es ist ein Ungetüm von Beton. Nach einem kurzen Anruf bei Simon, lässt mich der Pförtner zu einem der unzähligen Aufzüge durch und ich bin gespannt, was mich erwartet. Im richtigen Flur angekommen erwartet mich Simon im sonnigen Hawaiihemd in seiner Tür und empfängt mich grinsend.

Direkt am Ebertplatz wohnt Nils in seiner klassischen Souterrain Wohnung. In einer Kombination aus Wohn- und Probezimmer empfängt mich Nils auf ein Flaschenkölsch. Seit 4 Jahren wohnt der groß gewachsene Schauspieler und ehemalige Dozent nun schon in Köln, aufgewachsen ist Nils nämlich mit seiner deutschen Mutter und seinem britischen Vater im bergischen Marienheide. Seine Liebe zur Musik und dem Schauspiel hat der 33-Jährige schon sein Leben lang, getraut alles auf diese Karte zu setzen, hat er sich allerdings erst jetzt und schmiss vor zwei Jahr seine sichere Dozentenstelle an der Uni

Im Harp trifft Kölner Kneipenkultur auf das Flair eines klassischen Irish Pubs. Schlecht gerahmte Bilder und eine verwinkelte Struktur machen "The Harp" schon beim Eintreten sympathisch. Hier direkt an der Venloer Str. kurz vor dem Stadtgarten bin ich mit Daniel verabredet. Wir sind uns irgendwann mal zufällig über den Weg gelaufen. Leute, die Leute kennen eben. Seine Arbeit als Sounddesigner und Komponist machte ihn für mich besonders interessant, weil ich sonst keinen Einzigen kenne.

Mit drei Mitbewohnern teilt sich Adrian (nur ich nenne ihn Ähdrian) seine großzügige und moderne WG direkt an der Aachenerstraße. An der Ecke zur Moltkestraße mit Blick auf das Subway ragt das alte Schlachthaus in die Höhe und beheimatet insgesamt vier WGs auf vier Stockwerken. Adrian wohnt im 2. Stockwerk und hat die Hälfte seines Zimmers mit einem Kicker zugestellt. Das hat einen guten Grund, denn nach seinem Umzug vor 4 Jahren aus einem Bielefelder Vorort in die Rheinmetropole begann er relativ zügig mit dem ambitionierten Kickern.

In knapp 7 Minuten bin ich mit dem Fahrrad in der Taunusstraße in Gremberg. Es regnet. Thilo steht schon vor der Tür des Lamängs. Auch nüchtern ist seine äußerliche Ähnlichkeit zur Rapstar Marteria unverkennbar. Ich schließe mein Fahrrad an und vergesse beim Quatschen doch glatt, den Schlüssel aus dem Schloss zuziehen, was im späteren Abendverlauf zu einem kurzen Herzinfarkt führen wird. Jetzt hängt er aber erst einmal ein paar Stunden im Regen rum. Vor Jahren hat Thilos Geschichte mit dem Lamäng begonnen.

Natürlich lautet auch meine erste Frage an diesem Abend, ob er ein Benjamin oder ein echter Ben ist. Leider ist seine Antwort ernüchternd, aber nachtragend bin ich ja nicht. Dafür freue ich mich zu sehr den Bartträger unter seiner Basecap endlich näher kennenzulernen. Ins Little Lui hat er mich eingeladen, die kleine Eckkneipe, die es jetzt scheinbar erst knappe 2 Jahre gibt und die er liebevoll, als sein Wohnzimmer bezeichnet. Direkt auf der Ecke von Moselstraße und Luxemburger Str. nur unweit vom Luxor entfernt ist der Little Lui gut über den Barbarossaplatz oder die Dasselstraße zu erreichen. Jeden Donnerstag findet hier die Caribbean Corner

Anna kommt aus dem Westerwald und besteht auch jetzt noch fest darauf, dass ihre Trinkfestigkeit dort begründet liegt. Unterbewusst könnte das auch einer der Gründe gewesen sein, warum sie sich für eine Stadt mit einer Trinkkultur entschieden hat: Köln. Untergekommen ist sie in einer kleinen WG direkt am Hansaring. Ihr Designstudium an der EcoSign in Ehrenfeld liegt inzwischen in den letzten Zügen. Wie es danach weitergeht, weiß sie noch nicht.